Burg Bodenheim

Burg Bodenheim ist der älteste und einzige noch erhaltene Adelssitz der ehemaligen Herrschaft Kerpen-Lommersum. Er liegt im gleichnamigen Ort Bodenheim, der zur Gemeinde Weilerswist (Kreis Euskirchen) gehört.

Schon vor 32.000 Jahren wurden die Felder der Umgebung von Urmenschen der Aurignac-Kultur bewohnt. Bei Ausgrabungen ab 1969 fand man die ersten Festlandwohnplätze dieses Eiszeitmenschen in Westdeutschland. Um die Zeitenwende scheint Bodenheim sich zu einem dauerhaften Wohnort entwickelt zu haben. Die Römerstraße Köln-Trier führte durch den Ort. Eine römische Ansiedlung ist durch Münzfunde, eine fränkische Besiedlung vor allem durch große Gräberfelder aus dem 5.-8. Jahrhundert belegt. Spätestens seit der Wende zum 1. Jahrtausend gehörte Bodenheim zum Hofverband Lommersum.

Mit einer Frau Seburg von Bodenheim wird eine Familie dieses Namens erstmals 1136 urkundlich erwähnt, aber erst in einem Lehensverzeichnis des Herzogs von Brabant aus dem Jahre 1312 ist ein Adolphus de Bodenem als Lehensinhaber des castrum Bodenem aufgeführt. Mit Johann von Bodenheim stirbt 1377 der letzte männliche Vertreter dieser Familie. Die Burg fällt an Johann von Vischenich.

Mangels männlicher Nachkommen geht die Burg um 1400 an die Brent von Vernich. Nach nur zwei Generationen ist die Brentsche Epoche in der Geschichte der Burg allerdings um 1480 schon wieder beendet.

1446 erscheint erstmals Familie von Tomberg genannt Worms urkundlich im Herrschaftsbereich von Bodenheim. Sie waren mit den Brents von Vernich durch Heirat verbunden und bewohnten die Burg. Um 1520 tritt mit Goswin ein Tomberg als Lehnsinhaber von Bodenheim urkundlich in Erscheinung. Sein Sohn Dietrich baut die Burg wieder auf, nachdem sie mehrfach geplündert wurde und abgebrannt war. Mangels männlicher Nachkommen fällt die Burg 1629 an Daniel von Hersel.

Dank seiner hohen Stellung als kurkölnischer Kämmerer und der damit verbundenen Beziehungen gelingt es Daniel von Hersel, Burg Bodenheim ohne großen Schaden durch den Dreißigjährigen Krieg zu bringen ? allerdings nur unter großen finanziellen Opfern. Die Familie Hersel behält Burg Bodenheim fast 200 Jahre in ihrem Besitz.

1755 erbt Clemens August von Hersel die Burg. Nach seinem Tod fällt sie an seine beiden Töchter. Die Ältere heiratet 1792 Karl Eugen Graf von Hatzfeld-Wildenburg, der kurz nach der Geburt des gemeinsamen Sohnes Edmund stirbt. Graf Edmund erbt nach dem Tod seiner Mutter im Jahre 1833 ihren Anteil am Gut und organisiert umfangreiche Bau- und Reparaturmaßnahmen, da die in französischer Zeit unbewohnte Burg durch Sturm und Regen schwer beschädigt worden war. 1845 verkaufen Graf Edmund und seine Tante Burg Bodenheim an den Herzog von Arenberg.

Die Familie Arenberg, eines der erfolgreichsten und wohlhabendsten Dynastengeschlechter der Eifel, hat Burg Bodenheim nie bewohnt, sondern über drei Generationen an die Familie Thelen verpachtet. 1930 verkauft Herzog August Burg Bodenheim an die Pächterfamilie Kieselstein, in deren Besitz sie sich heute noch befindet.

Burg Bodenheim

(Fotonachweis(e): Wikipedia, Wolkenkratzer)

Adresse

Kessenicher Straße 1

53919 Weilerswist-Bodenheim